Professor Dr. Dr. h.c. Hans Köchler

Institut für Philosophie der Universität Innsbruck
 

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2009

 

http://hanskoechler.com/

hans.koechler@uibk.ac.at

(I) Vorlesung: Internationale Gerechtigkeit

(II) Seminar: Die Politik des Als Ob. Philosophische Fragen zur Legitimation von Macht

(III) Privatissimum: Philosophie des Geldes


Vorlesung, Dienstag, 13-15 Uhr, Hörsaal 6, Innrain 52B (Gebäude der Geisteswissenschaften)

Internationale Gerechtigkeit

© Hans Köchler, 2009

Thematik:

In Phasen weltpolitischen Umbruchs ist die Forderung nach "internationaler Gerechtigkeit" ein zentraler Bestandteil des politischen Diskurses. Der Topos wurde insbesondere nach den großen kriegerischen Auseinandersetzungen in den letzten beiden Jahrhunderten zur Legitimation einer politischen Neuordnung (zunächst auf regionaler, im 20. Jahrhundert auf globaler Ebene) verwendet. Nach dem Ende der verheerenden kriegerischen Auseinandersetzungen sollte ein für allemal eine "neue Weltordnung" auf der Grundlage der "Gerechtigkeit" zwischen den Völkern errichtet werden. Dies war der Tenor der Proklamation der "Heiligen Allianz" nach den napoleonischen Kriegen, der Debatten um die Gründung des "Völkerbundes" nach dem Ersten und um die Gründung der "Vereinten Nationen" nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach der abermaligen Verkündung einer "neuen und gerechten" Weltordnung nach dem Ende des Kalten Krieges - durch die einzige verbliebene Supermacht - erscheint angesichts der zwischenzeitlich unter diesen Auspizien geführten Kriege (in Jugoslawien, Irak, Afghanistan, einschließlich des "globalen Krieges gegen den Terror" mit offenem Ausgang) nunmehr eine kritische Bestandsaufnahme und Analyse des zugrunde liegenden Verständnisses von globaler Ordnung (einschließlich der darin enthaltenen Staats- und Menschenrechtskonzeption) angebracht.

Angesichts des strukturell bedingten Legitimationsdefizits der Vereinten Nationen und des realpolitischen Kontextes, in dem der Weltordnungsdiskurs auch im 21. Jahrhundert - nach dem voreilig proklamierten "Ende der Geschichte" - verortet ist, wird die Vorlesung die Frage zu stellen haben, inwiefern "internationale Gerechtigkeit" mehr sein kann als eine regulative Idee im kantischen Sinne.

Die Vorlesung wird zunächst einen historischen Überblick über die ideologischen Debatten geben, in welchen die Idee internationaler Gerechtigkeit als Grundlage einer "Neuen Weltordnung" nach dem jeweiligen gewaltbedingten Zusammenbruch der "alten" Ordnung akzentuiert wurde, wobei die zumeist nicht offen deklarierte machtpolitische Interessenlage releviert werden soll. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Frage des Machtgleichgewichtes ("balance of power") gelegt werden, ohne das Gerechtigkeit zwischen Staaten und den von ihnen repräsentierten Völkern nicht möglich ist. Im Umkehrschluss wird sich dabei die Frage stellen, ob das mit dem Grundsatz des Interessenausgleiches verbundene Gerechtigkeitsprinzip im Kontext einer unipolaren Ordnung überhaupt einen Sinn macht.

Der Begriff der "internationalen Gerechtigkeit" soll nicht nur in politischer, sondern auch in sozialer, strafrechtlicher und ökonomischer Hinsicht untersucht werden. Angesichts der globalen Finanzkrise ist auch den politisch Verantwortlichen bewußt, daß eine stabile internationale Ordnung nur auf der Grundlage einer gerechten Weltwirtschaftsordnung möglich ist. Auch das Problem des zivilisatorischen Führungsanspruches einzelner Länder oder Ländergruppen ist in diesem Zusammenhang zu erörtern, zumal unter den Gegebenheiten der Globalisierung ein "Dialog der Zivilisationen" für eine gerechte Weltordnung unverzichtbar ist.

In systematischer Hinsicht wird die Frage nach den Menschenrechten als Grundlage einer legitimen Ordnung - innerstaatlich wie zwischenstaatlich - zu erörtern sein. Das gegenwärtige System des Völkerrechts soll in diesem Zusammenhang auf seine normenlogische Konsistenz hin untersucht werden (vor allem, was das Prinzip der souveränen Gleichheit der Staaten in seiner Beziehung zu den Menschenrechten als jus cogens des Völkerrechts betrifft). Konkret soll untersucht werden, inwiefern die sog. "humanitäre Intervention" mit den gegenwärtigen Völkerrechtsgrundsätzen, wie sie in der Charta der Vereinten Nationen festgelegt sind, vereinbar ist. Angesichts der bisherigen Praxis erscheint es jedenfalls angemessen, zu fragen, ob als "humanitäre Interventionen" deklarierte Angriffskriege außerhalb des Rahmens der Vereinten Nationen der Maxime der internationalen Gerechtigkeit genügen. In diesem Zusammenhang soll auch das Wiederaufleben der Lehre vom "gerechten Krieg" (bellum iustum) nach dem Ende des "Kalten Krieges" untersucht werden. Die Politik des Messens mit zweierlei Maß (policy of double standards), wie sie die Weltpolitik nicht erst seit dem Ende der bipolaren Ordnung des Kalten Krieges charakterisiert, steht jedenfalls in eklatantem Widerspruch zum Gerechtigkeitsgrundsatz.

Weiters soll die in Entstehung begriffene internationale Strafgerichtsbarkeit als zentraler Aspekt einer an Gerechtigkeit orientierten Weltordnung erörtert werden, in der es keine Straflosigkeit für internationale Verbrechen (Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord, Anstiftung und Führung von Angriffskriegen) geben kann. Schließlich sollen die gegenwärtigen zwischenstaatlichen Organisationsformen ganz allgemein auf ihre Kompatibilität mit der Gerechtigkeitsmaxime hin untersucht werden. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage der Demokratie in den internationalen Beziehungen zu erörtern sein. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Entscheidungsmechanismen in der Organisation der Vereinten Nationen am Beispiel des Sicherheitsrates gelegt.

Literatur (Auswahl):

  • Ruchi Anand, International Environmental Justice. A North-South Dimension. Aldershot etc.: Ashgate, 2003.

  • Frank Barnaby (ed.), Building A More Democratic United Nations. Proceedings of the First International Conference On A More Democratic United Nations. London/Portland: F. Cass, 1991.

  • Luigi Bonanate, Ethics and International Politics. Cambridge: Polity Press, 1995.

  • Antonio Cassese, Violence and Law in the Modern Age. Princeton: Princeton University Press, 1988.

  • Grenville Clark and Louis B. Sohn, World Peace through World Law. Two Alternative Plans. Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 3rd enlarged ed. 1966.

  • Amitai Etzioni, From Empire to Community. A New Approach to International Relations. New York / Houndmills (England) 2004.

  • Richard Falk, “The Pursuit of International Justice. Present Dilemmas and An Imagined Future,” in: Journal of International Affairs, vol. 52, issue 2 (Spring 1999), pp. 409-441.

  • Richard Falk, "The power of rights and the rights of power: what future for human rights?," in: Ethics & Global Politics, Vol. 1, No. 1-2 (2008), pp. 81-96.

  • Niall Ferguson, "A World Without Power," in: Foreign Policy, July/August 2004.

  • Thomas Franck, Fairness in International Law and Institutions. Oxford: Clarendon Press, 1995.

  • Thomas L. Friedman, The World is Flat. The Globalized World in the Twenty-First Century. London, New York etc.: Penguin Books, 2006.

  • Albert Hartmann, Die sittliche Ordnung der Völkergemeinschaft. Aufriß einer Ethik der internationalen Beziehungen. Augsburg: Winfried-Werk, 1950.

  • David Held, Democracy and the Global Order. From the Modern State to Cosmopolitan Governance. Cambridge 1995.

  • Stanley Hoffmann, World Disorders. Troubled Peace in the Post-Cold War Era. Lanham/Boulder/New York/Oxford: Rowman & Littlefield Publishers, 1998.

  • Kimberley A. Hudson, Justice, Intervention and Force in International Relations: Reassessing Just War Theory for the 21st Century. New York: Routledge, 2009.

  • J. Isensee, "Weltpolizei für Menschenrechte. Zur Wiederkehr der humanitären Intervention," in: Juristenzeitung, vol. 50 (1995), pp. 421-430.

  • Sterling Johnson, Peace Without Justice: Hegemonic Instability Or International Criminal Law? Farnham (UK): Ashgate, 2003.

  • Immanuel Kant, Zum Ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf. Königsberg 1795. (Philosophische Bibliothek Band 443, Hrsg. Heiner F. Klemme, Hamburg 1992.)

  • Ethan B. Kapstein, Economic Justice in an Unfair World: Toward a Level Playing Field. Princeton etc.: Princeton University Press, 2006.

  • Hans Kelsen, Das Problem der Souveränität und die Theorie des Völkerrechts. Beitrag zu einer reinen Rechtslehre. Aalen: Scientia, 1960. (Reprint of the second edition, 1928.)

  • Hans Kelsen, Peace through Law. Chapel Hill: The University of North Carolina Press, 1944.

  • Hans Köchler (ed.), The New International Economic Order. Philosophical and Socio-cultural Implications. (Studies in International Relations, III.) Guildford (England): Guildford Educational Press, 1980.

  • Hans Köchler, "Die Prinzipien des Völkerrechts und die Menschenrechte. Zur Frage der Vereinbarkeit zweier Normensysteme," in: Zeitschrift für öffentliches Recht und Völkerrecht, Vol. 32 (1981), pp. 5-28.

  • Hans Köchler (ed.), The New International Information and Communication Order: Basis for Cultural Dialogue and Peaceful Coexistence among Nations. (Studies in International Relations, X.) Vienna: Braumüller, 1985.

  • Hans Köchler, Aussenpolitik und Demokratie. Überlegungen zur Universalität demokratischer Grundsätze. (Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaft und Politik, Vol. V.) Innsbruck: Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaft und Politik, 1986.

  • Hans Köchler (ed.), Democracy in International Relations. (Studies in International Relations, XII.) Vienna: International Progress Organization, 1986.

  • Hans Köchler, Demokratie und Neue Weltordnung. Ideologischer Anspruch und machtpolitische Realität eines ordnungspolitischen Diskurses. Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaft und Politik an der Universität Innsbruck, Bd. VIII. Innsbruck 1992.

  • Hans Köchler (ed.), The United Nations and the New World Order. Keynote addresses from the Second International Conference On A More Democratic United Nations. (Studies in International Relations, XVIII.) Vienna: International Progress Organization, 1992.

  • Hans Köchler, Ethische Aspekte der Sanktionen im Völkerrecht. Die Praxis der Sanktionspolitik und die Menschenrechte. (Studies in International Relations, XX.) Vienna: International Progress Organization, 1994.

  • Hans Köchler, Neue Wege der Demokratie. Demokratie im globalen Spannungsfeld von Machtpolitik und Rechtsstaatlichkeit. Wien/New York: Springer, 1998.

  • Hans Köchler (ed.), Globality versus Democracy? The Changing Nature of International Relations in the Era of Globalization. (Studies in International Relations, XXV.) Vienna: International Progress Organization, 2000.

  • Hans Köchler, The Concept of Humanitarian Intervention in the Context of Modern Power Politics. Is the Revival of the Doctrine of "Just War" Compatible with the International Rule of Law? (Studies in International Relations, XXVI.) Vienna: International Progress Organization, 2001.

  • Hans Köchler, Global Justice or Global Revenge? International Criminal Justice at the Crossroads. Vienna/New York: Springer, 2003, and Manak: New Delhi, 2005.
    --
    Kindle Edition by Amazon Digital Services, 2007.
    --
    Turkish edition: Küresel Adalet Mi, Küresel İntikam Mı? Dönüm Noktasındaki Uluslararası Cezai Yargı. Istanbul: Alkım Yayınevi, 2005.

  • Hans Köchler, Double Standards in International Criminal Justice: The Case of Sudan. [Statement by Dr. Hans Köchler, President of the International Progress Organization.] Vienna: International Progress Organization, 2 April 2005.

  • Hans Köchler, "The United Nations Organization and Global Power Politics: The Antagonism between Power and Law and the Future of World Order," in: Chinese Journal of International Law, Vol. 5, No. 2 (2006), pp. 323-340.

  • Hans Köchler, Internationale Gerechtigkeit. Vortrag am Ethik-Zentrum der Universität München, 12. Juli 2007. Abstract

  • Hans Köchler, "Karol Wojtyła’s Notion of the Irreducible in Man and the Quest for a Just World Order," in: Nancy Mardas Billias, Agnes B. Curry, and George F. McLean (eds.), Karol Wojtyla's Philosophical Legacy. (Cultural Heritage and Contemporary Change - Series I, Culture and Value, Vol. 35.) Washington, D.C.: Council for Research in Values and Philosophy, 2008, pp. 165-182.

  • Hans Köchler, International Justice Emerges From The Shadow Of Realpolitik. Comment, Radio Free Europe, February 12, 2009.

  • Christa Lafont, "Alternative visions of a new global order: what should cosmopolitans hope for?," in: Ethics & Global Politics, Vol. 1, No. 1-2 (2008), pp. 41-60.

  • Richard Little, The Balance of Power in International Relations: Metaphors, Myths, and Models. Cambridge etc.: Cambridge University Press, 2007.

  • Peter Malanczuk, Humanitarian Intervention and the Legitimacy of the Use of Force. [Inaugural Lecture, University of Amsterdam, 22 January 1993.] Amsterdam: Het Spinhuis, 1993.

  • Hans J. Morgenthau, Politics among Nations. The Struggle for Power and Peace. Brief Edition, revised by Kenneth W. Thompson. Boston, Mass. etc.: McGraw-Hill, 1993.

  • Chandra Muzaffar, Global Ethic or Global Hegemony? Reflections on Religion, Human Dignity and Civilisational Interaction. London 2005.

  • Matthias Pape, Humanitäre Intervention. Zur Bedeutung der Menschenrechte in den Vereinten Nationen. (Demokratie, Sicherheit, Frieden, ed. D. S. Lutz, vol. 108.) Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, 1997.

  • David Rieff, At the Point of a Gun. Democratic Dreams and Armed Intervention. New York/London/Toronto/Sydney: Simon & Schuster Paperbacks, 2005.

  • Georg Schwarzenberger, Über die Machtpolitik hinaus? Aus dem Englischen übersetzt von Otto Kimminich. Hamburg 1968.

  • Jeffrey J. Segall and Harry H. Lerner (eds.), CAMDUN-2: The United Nations and a New World Order for Peace and Justice. London/New York: CAMDUN Project, 1992.

  • Daniel Sunjata, Intellectual Dishonesty In The Age Of Universal Deceit: a message to the corporate media and our elected officials. Published on 911Blogger.com, 4 May 2009.

  • Fernando R. Tesón, Humanitarian Intervention. An Inquiry into Law and Morality. Irvington, N.Y: Transnational Publishers, 2nd ed. 1997.

  • M. Walzer, Just and Unjust Wars: A Moral Argument with Historical Illustrations. New York: Basic Books, 2nd ed. 1992.

  • Rudolf Weiler, Internationale Ethik. Vol. 1: Die sittliche Ordnung der Völkergemeinschaft. Berlin: Duncker & Humblot, 1986.

  • Rudolf Weiler, Internationale Ethik. Vol. 2: Fragen der internationalen sittlichen Ordnung. Friede in Freiheit und Gerechtigkeit. Berlin: Duncker & Humblot, 1986.

  • Sienho Yee, Towards an International Law of Co-progressiveness. Leiden/Boston: Martinus Nijhoff, 2004.

  • Giuliana Ziccardi Capaldo, The Pillars of Global Law. Aldershot, UK; Burlington, VT: Ashgate, 2008.

Modus:
Vorlesung mit mündlicher Prüfung.

Beginn: 10. März 2009.

Lehrveranstaltung für Hörer aller Fakultäten.


Seminar, Dienstag, 15-17 Uhr, Seminarraum 15, Institut für Philosophie, Innrain 52B, 8. Stock
 

Die Politik des Als Ob

Philosophische Fragen zur Legitimation von Macht

Gemeinsam mit Mag. Hüseyin Çiçek

Konzept:

In seiner "Philosophie des Als Ob" (1911) hat Hans Vaihinger den transzendentalen Idealismus Kants zu einer Lehre von den "nützlichen Fiktionen" weiterentwickelt, die unserem Weltverständnis zugrunde liegen und in vielfacher Hinsicht auch unser gemeinschaftliches Handeln bestimmen. In Anlehnung an den von Vaihinger kreierten Topos sprechen wir von der "Politik des Als Ob", wenn wir den instrumentalen Charakter staatsrechtlicher und politischer Begriffe (z. B. Volkssouveränität, souveräne Gleichheit der Staaten, volonté générale, Gemeinwohl, Repräsentation, Weltordnung) im Hinblick auf die Ausübung politischer Macht - innerstaatlich wie zwischenstaatlich - analysieren.

Im Seminar soll zunächst das traditionelle Staatsverständnis im Zusammenhang mit den Grundprinzipien von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie untersucht werden. Fallbeispiele aus dem Bereich innen- und außenpolitischer Diskurse sollen sodann einen "reality check" ermöglichen, in dessen Verlauf die Mechanismen der Legitimation von Macht besser verstanden werden können. Insgesamt geht es um eine philosophische Kritik des demokratischen Selbstverständnisses der modernen Industriegesellschaft, in welcher aufgrund der unvermeidlichen Arbeitsteilung ein immer komplexeres System von ideologischen Konstrukten entstanden ist, die von den Machtunterworfenen oftmals nicht als solche erkannt werden.

Angesichts der essentiellen Unehrlichkeit politischer Rede und des weitläufigen (systemischen) Versagens der Massenmedien bei der Hinterfragung der konkreten Machtausübung muß sich die Philosophie erneut auf ihre emanzipatorische und ideologiekritische Aufgabe besinnen.

Fragen und Themenstellungen (Auswahl):

  • Vaihingers Philosophie des Als Ob und ihre Relevanz für das Verständnis verfassungsrechtlicher Fiktionen

  • Der Stellenwert von Kants "Postulaten der praktischen Vernunft" im Kontext der politischen Philosophie

  • Fingere / credere als Inbegriff imperialer Machtlegitimation am Beispiel des Römischen Reiches

  • Der Staat als Fiktion? (oder: Die dem Staats- und Rechtsverständnis zugrunde liegenden Fiktionen)

  • Volkssouveränität als Dogma? (Zur Demokratietheorie von Hans Kelsen)

  • Die Frage der Rechtsgeltung: die Problematik von Kelsens "Grundnorm"

  • Die Problematik einer transzendentalen Normbegründung

  • "Volkswille": Idee oder Realität?

  • Die idealistischen Grundannahmen der Repräsentationslehre

  • Volonté générale: Postulat, "regulative Idee" oder kollektive psychische Realität? - Zum ontologischen Status des Grundbegriffes der direkten Demokratie (Rousseau)

  • Demokratische Idee und oligarchische Realität

  • Parlamentarische Demokratie: Real- versus Idealverfassung am Beispiel Österreichs

  • Ideologie und Realität der politischen Freiheit

  • "Erkenntnis und Interesse" am Beispiel demokratietheoretischer Diskurse: Machtlegitimation als Funktion der Politikwissenschaft bzw. der politischen Philosophie? (mit Analyse von Fallbeispielen)

  • "Macht und Wahrheit": Der legitimatorische Charakter der politischen Rede (anhand von Fallbeispielen)

  • Die Rolle der Medien bei der Aufrechterhaltung des "politischen Glaubens"

  • Die "souveräne Gleichheit der Staaten" und die Entscheidungsmechanismen der Vereinten Nationen: Analyse der normenlogischen Widersprüche

  • Die Legitimation der Macht im internationalen Bereich: der ideologische Gebrauch von "Menschenrechten" und "Rechtsstaatlichkeit"

  • Strukturvergleich historischer und aktueller Weltordnungsdiskurse im Dienst der Machtpolitik (oder: Die Ideologie der "Neuen Weltordnung")

  • Die Rolle der Feindbilder in der Außenpolitik (oder: Das Konstrukt des "äußeren Feindes" und sein innenpolitischer Mobilisierungseffekt)

  • Der "metaphysische Feind" als zentrales Konstrukt des "globalen Krieges gegen den Terror"

Literaturhinweise:

  • Erich Adickes, Kant und die Als-ob-Philosophie. Stuttgart: Frommann, 1927.

  • Frédéric Bastiat, Oeuvres économiques. Paris: Presses Universitaires de France, 1983.

  • Christian Bay, "Foundations of the Liberal Make-believe. Some Implications of Contract Theory versus Freedom Theory," in: Inquiry, Vol. 14 (1971), pp. 213-243.

  • David Beetham, The Legitimation of Power. Basingstoke (USA) etc.: Macmillan, 1991.

  • Marianne Diem (ed.), Der Staat - die große Fiktion. Ein Claude-Frédéric-Bastiat-Brevier. Thun: Ott, 2001.

  • Horst Dreier, Kelsens Demokratietheorie: Grundlegung, Strukturelemente, Probleme. Online paper, retrieved 22 Jan. 2009.

  • David Edwards, David Cromwell, Guardians of Power: The Myth of the Liberal Media. London etc.: Pluto Press, 2006.

  • Detlef Grieswelle, Politische Rhetorik. Macht der Rede, öffentliche Legitimation, Stiftung von Konsens. Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag, 2000.

  • Marco Haase, Grundnorm - Gemeinwille - Geist. Der Grund des Rechts nach Kelsen, Kant und Hegel. Tübingen: Mohr, 2004.

  • Holly Haynes, The History of Make-believe. Tacitus on Imperial Rome. Berkeley etc.: University of California Press, 2004.

  • Nicholas von Hoffman, Make-believe Presidents: Illusions of Power from McKinley to Carter. New York: Pantheon Books, 1978.

  • Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft. Ed. Otfried Höffe. Berlin: Akademie-Verlag, 2002. (First ed. 1788)

  • Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Frankfurt/Leipzig: Hartknoch, 4th ed. 1797.

  • Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie. Aalen: Scientia, 1963. (Reprint of the second revised edition, 1929.)

  • Hans Kelsen, Reine Rechtslehre. Einleitung in die rechtswissenschaftliche Problematik. (Ed. by Matthias Jestaedt.) Tübingen: Mohr Siebeck, 2008. (1st ed. 1934)

  • Anja-Susan Carolin Kirchlehner, Legitimation hegemonialer Macht am Beispiel der Rolle der Vereinigten Staaten bei der Errichtung der internationalen Wirtschaftsordnung der Nachkriegszeit (1940 - 1955). Diss., München, 1996.

  • Hans R. Klecatsky, "Geht das Recht der Republik Österreich vom Volke aus?," in: Juristische Blätter, Vol. 98 (1976), pp. 512-515

  • Hans Köchler, Philosophie - Recht - Politik. Abhandlungen zur politischen Philosophie und zur Rechtsphilosophie. Wien/New York: Springer, 1985.

  • Hans Köchler, Das Abstimmungsverfahren im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Rechtsphilosophische Überlegungen zu einem normenlogischen Widerspruch und seinen Folgen für die internationalen Beziehungen. (Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaft und Politik an der Universität Innsbruck, Vol. VI.) Innsbruck: Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaft und Politik, 1991.

  • Hans Köchler, "Das Prinzip Demokratie. Realität und Möglichkeit," in: Freie Argumente, Folge 4/1997, pp. 9-31.

  • Hans Köchler, The United Nations and International Democracy: The Quest for UN Reform. (Studies in International Relations, XXII.) Vienna: International Progress Organization, 1997.

  • Hans Köchler, "Demokratietheorien im Schnittpunkt von Verfassung und politischer Wirklichkeit," in: Hans Köchler, Neue Wege der Demokratie. Demokratie im globalen Spannungsfeld von Machtpolitik und Rechtsstaatlichkeit. Wien/New York: Springer, 1998, pp. 19-33.

  • Hans Köchler, "The United Nations Organization and Global Power Politics: The Antagonism between Power and Law and the Future of World Order," in: Chinese Journal of International Law, Vol. 5, No. 2 (2006), pp. 323-340.

  • Hans Köchler, "The Changing Nature of Power and the Erosion of Democracy in the Era of Technology: Challenges to the Philosophy of Law in the 21st Century," in: (International Academy for Philosophy, Yerevan [Armenia] / Athens [Greece] / Berkeley [USA] ), News and Views, No. 13 (November 2006), pp. 4-28.

  • Hans Köchler, "The Global War on terror and the Metaphysical Enemy," in: Hans Köchler (ed.), The "Global War on Terror" and the Question of World Order. (Studies in International Relations, XXX.) Vienna: International Progress Organization, 2008, pp. 13-35.

  • Gerhard Leibholz, Das Wesen der Repräsentation und der Gestaltwandel der Demokratie im 20. Jahrhundert. Berlin: de Gruyter, 31966.

  • Herbert Marcuse, Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft. München: Deutscher Taschenbuch-Verlag, 2005.

  • Günther Ortmann, Als ob. Fiktionen und Organisationen. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 2004.

  • Martin Pilch, System des transzendentalen Etatismus. Staat und Verfassung bei Carl Schmitt. Vienna etc.: Karolinger-Verlag, 1994.

  • Steven Poole, UnspeakTM. London: Little, Brown 2006.

  • Jean-Jacques Rousseau, Du contrat social. (Texte établi, présenté et annoté par Robert Derathé.)  Paris: Gallimard, 2005.

  • Carsten Schlüter-Knauer (ed.), Die Demokratie überdenken. Festschrift für Wilfried Röhrich. Berlin: Duncker & Humblot, 1997.

  • Carl Schmitt, Verfassungslehre. Berlin: Duncker & Humblot, 9th ed. 2003. (First ed. 1928)

  • Gunther Teubner, Recht als autopoietisches System. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1989.

  • Hans Vaihinger, Die Philosophie des Als Ob. System der theoretischen, praktischen und religiösen Fiktionen der Menschheit auf Grund eines idealistischen Positivismus. Mit einem Anhang über Kant und Nietzsche. Aalen: Scientia, 1986. (Reprint of the 10th ed., 1927)

Modus:

Referat mit schriftlicher Arbeit, welche spätestens zum Ende der Lehrveranstaltungsperiode in digitaler Form (mit einem Ausdruck) abzugeben ist. Für das Referat muß ein Abstract vorbereitet werden. Von den Teilnehmern können zusätzliche, hier nicht angeführte Publikationen herangezogen und weitere Themen eingebracht werden. Die endgültige Themenliste wird in der Vorbesprechung erarbeitet. Eine Teilnahme ist nur im Zusammenhang mit einem Referat möglich. Für die Benotung werden neben der schriftlichen Arbeit das Referat und die Diskussionsteilnahme berücksichtigt.

Vorbesprechung: 10. März 2009.

Lehrveranstaltung für Hörer aller Fakultäten.

Privatissimum, Dienstag, 17-19 Uhr, Seminarraum 15, Institut für Philosophie, Innrain 52B, 8. Stock
 

PHILOSOPHIE DES GELDES

Gemeinsam mit Mag. Marie-Luisa Frick

Thematik:

© Hans Köchler, 2009

Seit Aristoteles ist die Diskussion über den Status des Geldes als "Stellvertreter des Bedürfnisses" (Nik. Eth. V, 8) und als Maß des Gemeinschaft erst ermöglichenden Tausches an den Nutznießern der Geldwirtschaft weitgehend vorbeigegangen. Die Akteure auf den internationalen Finanzmärkten wollen sich offenbar nicht mit ihrer "Geschäftsgrundlage" beschäftigen und verdrängen die Frage, ob das abstrakte Medium zur Organisation des Warentausches, d.h. zur Bemessung des Wertes der zu tauschenden Güter, tatsächlich selbst als Ware gehandelt werden kann. Da der Umstand, daß es seinen Wert nicht von Natur, sondern ausschließlich durch Übereinkunft (Satzung / νόμος) hat, in der Geschichte immer wieder ignoriert wurde, sind Entwicklungen begünstigt worden, durch welche die Realwirtschaft zunehmend in den Hintergrund gedrängt wurde und der irreführende Eindruck entstand, als ob mithilfe artifizieller Finanzinstrumente nachhaltiger Reichtum geschaffen werden könnte. Nicht nur der anonyme Investor, sondern auch so mancher Manager großer Finanzinstitutionen scheint an das monetaristische "perpetuum mobile" − die "wunderbare Vermehrung" von Wohlstand durch reine Geldgeschäfte − zumindest so lange zu glauben, bis der jeweilige "Zyklus der Gier" in der Ernüchterung eines Finanzkrachs endet, wie er gegenwärtig in der Folge der "Subprime-Krise" in den USA die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht.

Im Anschluß an die ursprünglich von Aristoteles aufgezeigte Problematik (Politik I, 10) soll die Frage des Zinses als "unnatürlicher" (künstlicher) Schaffung von Wohlstand und der dadurch mitbedingten Abkoppelung der Finanz- von der Realwirtschaft auch im ethischen Kontext erörtert werden. Es wird weiters der Frage nachzugehen sein, warum die diesbezüglichen Überlegungen des griechischen Philosophen die Jahrhunderte hindurch fast völlig ignoriert worden sind. Insbesondere soll eine ethische Bewertung des Handels mit Währungen und der davon nicht zu trennenden Währungsspekulation versucht werden.

Im Zusammenhang mit der globalen Finanzkrise, durch die einzelne Länder sogar mit der realen Möglichkeit des Staatsbankrotts konfrontiert sind, sollen auch die psychologischen und soziologischen Mechanismen erörtert werden, die den homo oeconomicus in regelmäßigen Abständen den Unterschied von Finanz- und Realwirtschaft vergessen lassen. Die Festlegung des Finanzwertes von an der Börse notierten Unternehmen scheint vielfach eher den Gesetzen der Massensuggestion als einer nüchternen Beurteilung der Ertragslage zu folgen. Die weltweite - völlig außer Kontrolle geratene - Spekulation mit an der Börse gehandelten Kreditversicherungen ist ein schlagender Beweis für die Irrationalität der Finanzmärkte, die sich auch in dem Umstand manifestiert, daß sogar Großbanken und institutionelle Investoren auf das von Bernard Maddof inszenierte kriminelle "Pyramidenspiel" hereingefallen sind.

Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Krise sollen auch die Vorschläge diskutiert werden, durch ein neues internationales Abkommen nach dem Muster der Konferenz von Bretton Woods (1944) wieder ein System fester Wechselkurse einzuführen und die Deckung der Währung durch Gold ("Goldstandard") vorzuschreiben sowie die Praktiken, die zur globalen Finanzkrise des Jahres 2008 geführt haben, nach dem Vorbild der "Pecora-Kommission", die 1932 vom amerikanischen Senat eingesetzt wurde, zu untersuchen.

Aufgrund der für die aktuelle Situation besonderen Bedeutung soll auch das auf der Geldtheorie von Silvio Gesell basierende "Wörgler Schwundgeldexperiment" von 1932/1933, das damals weltweite Beachtung gefunden hat, erörtert werden. Aktuell soll auch der Frage nachgegangen werden, ob bei Beachtung der Grundsätze z.B. des "Islamic banking" die Krise des Weltfinanzsystems hätte vermieden werden können.

Literaturhinweise:

  • Roger C. Altman, "The Great Crash, 2008," in: Foreign Affairs, Vol. 88, No. 1 (January / February 2009), pp. 2-14.

  • Samir Amin, Die Zukunft des Weltsystems. Herausforderungen der Globalisierung. (Ed. Joachim Wilke.) Hamburg: VSA-Verlag, 1997. (Les défis de la mondialisation. Paris: L'Harmattan, 1996.)

  • Ralph Anderegg, Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik. München / Wien: Oldenbourg, 2007.

  • Aristoteles, Πολιτικά (350 B. C.) / Politik (Ed. Ursula Wolf). Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2003: Erstes Buch, Kap. IX und X.

  • Aristoteles, Ἠθικὰ Νικομάχεια (322 B.C.) / Die nikomachische Ethik (Trans. Olof Gigon.) Bibliothek der Antike, 21995: Fünftes Buch, Kap. VIII [Recht und Vergeltung. Begriff und Funktion des Geldes].

  • Jürgen G. Backhaus (ed.), Georg Simmels Philosophie des Geldes. Einhundert Jahre danach. Marburg: Metropolis-Verlag, 2000.

  • Reuven Brenner, The Force of Finance: Triumph of the Capital Markets. New York / London: Texere, 2002.

  • Heinrich Brinkmann, Moral und Geld. Vom Untergang der Moral durch das Geld. Ein geschichtsphilosophischer Versuch. Pfungstadt etc.: Ed. Ergon, 1994.

  • Wolfgang Broer, Schwundgeld. Michael Unterguggenberger und das Wörgler Währungsexperiment 1932/33. Wien/ Innsbruck / Bozen: Studienverlag, 2007.

  • Wolfgang Broer, "Vor 75 Jahren endete das Wörgler Schwundgeldexperiment. Ein Lösungsansatz in Zeiten der Krise," in: Zeitfragen, Zurich, 22 January 2009.

  • [Centre tricontinental], Retour de l'État: Pour quelles politiques sociales? Points de vue du Sud, Vol. XVI, No. 2 (2009). Paris: Éditions Syllepse.

  • Ron Chernow, "Where Is Our Ferdinand Pecora?," in: The New York Times, 5 January 2009.

  • John F. Chown, A History of Money from AD 800. London / New York: Routledge, 1994.

  • Alfons Dopsch, Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte. Aalen: Scientia, 1968. (Reprint of 1930 edition.)

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Online-Ressourcen:

Modus:

Referat mit schriftlicher Arbeit, welche spätestens zum Ende der Lehrveranstaltungsperiode in digitaler Form (mit einem Ausdruck) abzugeben ist. Für das Referat muß ein Abstract vorbereitet werden. Die Themenliste wird in der Vorbesprechung erarbeitet. Von den Teilnehmern werden gute Englischkenntnisse erwartet. Eine Teilnahme ist nur im Zusammenhang mit einem Referat möglich. Für die Benotung werden neben der schriftlichen Arbeit das Referat und die Diskussionsteilnahme berücksichtigt.

Persönliche Anmeldung erforderlich!

Vorbesprechung: 10. März 2009, Dienstzimmer von Prof. Köchler.